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Artikel aus der Fachzeitschrift "Kunst Aktuell"
06 / 1998



Essen. Im Kontext zum Bild der Frau, über die Frau, von der Frau wird in der zeitgenössischen Kunst offensichtlich, wie radikal sich die künstlerischen Sehweisen durch weiblichen Einfluß ändern mußten. Die Motivationen zum Bild, zur Inspiration und Sinnlichkeit wie auch Ästhetik und Schönheit erweitern sich durch die weibliche Komponente.


ARTHEALING

Bevor man sich auf die Bilder von Gudrun Weerasinghe einlässt und von deren Ausstrahlung eingefangen wird, sollte man sich über die Malerin informieren. Denn ihre Bilder sind Substrate ihres Lebens, daher können diese Werke auch als untrennbare Wesensbestandteile in ihrer eigenen Schöpfungsgeschichte angesehen werden. Gudrun Weerasinghe gehört zu den besonderen Erscheinungen der Gegenwart, durch die die Anthroposophie eine Renaissance erlebt. Als Kennerin der Lehre von Rudolf Steiner ist sie heute, an der Schwelle zum dritten Jahrtausend, eine Künstlerin, die gleichermaßen kognitiv wie auch emotional eingebunden ihre Arbeiten in sich entstehen läßt. Der Satz Steiners in Mein Lebensgang, kurz vor dessen Tod 1925 niedergeschrieben, kann als Prämisse zum Werk von Gudrun Weerasinghe gelten:

Mir schwebte vor, wie die Jahrhundertwende ein neues geistiges Licht der Menschheit bringen müsse. Es schien mir dass die Abgeschlossenheit des menschlichen Denkens und Wollens vom Geiste einen Höhepunkt erreicht hätte.

In der Steinerschen Weltauffassung verflechten sich der Glaube an Ubersinnliches und daraus folgende meditative Erfahrungen mit einer Erneuerung der Ganzheitlichkeit des Individuums. Bekannte Künstler wie Kandinsky, Maryon, Lauer und Beuys wirkten im Sinne dieser Lehre und haben Epochales geschaffen. Zurück zum bisher etwas über vier Jahrzehnte umfassenden Leben von Gudrun Weerasinghe. Man erfährt, daß sie ,,viele Wege gegangen" ist um Erfahrungen zu sammeln und Antworten auf die Urfrage nach dem Sinn der Existenz zu finden.

Im Herzen Afrikas, in Liberia, unterrichtete sie und lernte die Kultur, Gebräuche und Mythen der dortigen Menschen kennen wie auch später im asiatischen Kontinent auf Sri Lanka. Ein für andere sichtbares Resultat daraus ist ihre Ehrfurcht vor allem Leben, so dass sie Vegetarierin wird und sich für Gequälte, Missbrauchte und Unterdrückte vehement einsetzt. Zeitgleich wandeln sich in den Bildern von Gudrun Weerasinghe die Stilelemente vom vordergründigen Abbild zum heutigen Arthealing, wie sie es nennt; denn Bilder empfangen ein Wesen bei ihrer Schöpfung, sie beinhalten metaphysische Schwingungen, die auf den Betrachter einwirken können, seine Stimmung beeinflussen, ändern.

Weerasinghe fußt mit ihrer Gabe sowohl auf der Tradition der frühgeschichtlichen Kunst Europas, als das Wort Kunst nach der indogermanischen Sprachwurzel erkennen, wissen, kennen bedeutete und aus dem sich dann im Mittelhochdeutschen das kunnen, künnen können und künden, lehren entwickelte. Ausgehend von der Basis des etymologischen Begriffs Kunst wird ihr Arbeitsprozess zur Bildschöpfung verständlich. Gudrun Weerasinghe implantiert in ihre Bilder mehr als nur Farben und Formen, Fragmente, Collagen unterschiedlichster Materialien, Kristalle und Metalle folgen und ergeben ein Gesamtwerk für die sinnliche und übersinnliche Wahrnehmung.

Autor: Prof. Axel-Alexander Ziese

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