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Artikel aus der Zeitschrift "VELVET"
06 / 1993

LIEBESSCHWUR AN DIE NATUR

Es gibt Bilder, die derart ihre Aufmerksamkeit auf sich lenken, dass man auf Anhieb alle großen und kleinen Probleme des alltäglichen Einerlei vergisst. Und es gibt Künstler, die allein durch die Aussage und den Tiefgang ihrer Bilder überzeugen. Bestes Beispiel hierfür ist die Essenerin Gudrun Weerasinghe, die ihre Bilder nicht als Prestigeobjekte irgendwelcher pseudokunstbeflissener Käufer sichert, sondern diese eben mehr als ,positive Lichtblicke‘ für Menschen einer von Leid und Elend geprägten Welt verstanden wissen will. Und gerade deshalb malt sie auch nur mit fröhlichen, lichten und warmen Farben, nie verwendet sie dunkle, trübe oder traurige Materialien.

»Mit meinen Bildern, in denen sich immer Mensch, Tier, Mineral und Pflanze wiederfinden (wenn auch neuerdings in zunehmend abstrakter Malweise), möchte ich eine positive Vision schaffen, indem ich versuche,mit dem Ausdrucksmittel meiner Malerei ein Samenkorn auszulegen, das im Bewusstsein des Betrachters vielleicht irgendwann einmal aufgehen wird. Dabei ist es mir eigentlich gleichgültig, wann nun der Same aufgeht, prüfe es auch nie nach. Dennoch hoffe ich natürlich schon, zumindest einen Denkanstoß in eine positive Richtung zu geben oder auch ganz einfach nur etwas Freude bewirken zu können.«

Während ihres Studiums in Essen - Kunst und Design - kam sie mit Tierversuchen in Berührung und begann fortan, sich engagiert für den Tierschutz einzusetzen. Da kommt es auch nicht von ungefähr, dass die Tierliebhaberin in ihren Bildern stets versucht, Mensch, Tier, Pflanze und Mineral in besten Einklang zu bringen. Zumeist malt sie auf Kunstseide, kann sie auf diesem Material doch ganz bewusst die Farben ineinander fliessen lassen, »um damit die Harmonie alles Lebendigen darzu- stellen.« Ihr ist auch ganz besonders wichtig, mit dem in fast all ihren Bildern dargestellten dritten Auge auszudrücken, daß Tiere und Pflanzen eine Seele und ein Bewusstsein haben.

Die anthroposophisch erzogene Künstlerin hat auf ihren vielen Weltreisen nicht nur die verschiedensten Kulturbereiche kennen und schätzen gelernt, sondern auch die großen Weltreligionen. Daher wundert es nicht, dass sie heute ihre religiöse Heimat in der Ethik des Buddhismus gefunden hat, in dem der Glaube an Karma und Wiedergeburt sich in der Ehrfurcht vor allem Lebendigen niederschlägt. Da versteht es sich fast von selbst, dass Gudrun Weerasinghe in ihrer Malerei nie anklagt, obwohl sie um alles Schreckliche in der Welt weiß. Ihre Botschaft zielt vielmehr darauf ab, das Positive im Menschen zu verstärken, zu mobilisieren, ohne dabei natürlich kritische Themen zu ignorieren. Die positive Darstellung ihrer Bilder, die eher expressiv ist, zeigt demzufolge auch nie irdisch leidende Pflanzen oder Tiere. Bemerkenswert ist, dass immer wieder Lichtwesen oder andere Geschöpfe in ihrer Malerei auftauchen, die »schützend über einem Tier oder einer Pflanze schweben.«

Ihr ist es wichtig, daß der Betrachter ihrer Bilder nicht nur den Verstand benutzt, sondern vielmehr sein Gefühl, »um sich der Aussage des Bildes zu nähern.» Darüber hinaus möchte sie erwirken, die Harmonie in der Welt wieder spürbar zu machen, über das Unbewusstsein das Positive im Menschen zu verstärken. Manchmal, so glaubt sie, müssten die Leute das Sehen erst noch lernen, ebenso wie ein Alphabetisierungsprogramm.

Vielleicht sind Gudrun Weerasinghes Bilder auch der Spiegel ihrer persönlichen Wirklichkeitserfahrung, spiegelt dieser doch auch ihre jeweilige Befindlichkeit wider. Aber immer heiter! Denn die Harmonie, der innere und äußere Gleichklang, das Gleichgewicht, die Seelenbalance und der absolute Einklang von Mensch, Tier, Pflanze und Mineral scheinen die Triebfedern zu sein, mit denen sie als Künstlerin arbeitet. Und da wundert es keineswegs, dass sich die sympathische Gudrun Weerasinghe der Lebensmaxime

"Gott schläft im Mineral,
wacht auf in der Pflanze,
geht im Tier einher
und denkt im Menschen"

verschrieben hat. Diese Philosophie fasziniert die Künstlerin am meisten und regt sie so auch zu vielen Bildern an, was sie wiederum als künstlerische Chance empfindet.

Autor: Waltraud Morawietz

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